server.properties: die wichtigsten Einstellungen
server.properties: die wichtigsten Einstellungen
Die Datei `server.properties` ist das Herzstück jedes Minecraft-Java-Servers. Hier legst du fest, wie dein Server heißt, wie viele Spieler mitspielen dürfen, wie schwer das Spiel ist und Dutzende weiterer Dinge. In diesem Artikel erklären wir dir die wichtigsten Einträge (Keys), was sie bewirken und welche du getrost anfassen kannst — und bei welchen du vorsichtig sein solltest. Der Artikel richtet sich an Einsteiger genauso wie an fortgeschrittene Nutzer.
Wo liegt die Datei und wie öffnest du sie?
Die `server.properties` liegt im Hauptverzeichnis deines Servers, direkt neben der Server-JAR (also z. B. der Paper- oder Vanilla-Datei). Es ist eine einfache Textdatei nach dem Muster `schlüssel=wert` — pro Zeile eine Einstellung, ohne Anführungszeichen.
Bei Gamesilo musst du die Datei aber in den meisten Fällen gar nicht von Hand bearbeiten: In deinem Dashboard findest du unter Einstellungen die wichtigsten Optionen als bequeme Schalter und Auswahlfelder. Wenn du dort etwas änderst, schreibt das Portal die Werte für dich in die `server.properties` und ein Neustart übernimmt sie.
> Achtung: Damit Änderungen greifen, muss der Server neu gestartet werden. Ändere die Datei nicht, während der Server läuft — beim Stoppen überschreibt Minecraft sie sonst mit den alten Werten und deine Bearbeitung geht verloren.
Die wichtigsten Keys im Überblick
### Vorstellung und Kapazität
- `motd` — Der „Message of the Day", also der Text, den Spieler in ihrer Serverliste unter dem Servernamen sehen. Hier kannst du deinen Server bewerben. Farbcodes mit dem Paragraphenzeichen (`§`) werden unterstützt, z. B. `§aWillkommen`.
- `max-players` — Die maximale Spielerzahl. Beachte, dass mehr Spieler mehr Arbeitsspeicher und CPU brauchen. Setze den Wert realistisch zu deinem verfügbaren RAM.
### Spielregeln
- `difficulty` — Die Schwierigkeit: `peaceful` (keine Monster), `easy`, `normal` oder `hard`. Bei `peaceful` regeneriert sich Leben schneller und es gibt keine feindlichen Mobs.
- `gamemode` — Der Standard-Spielmodus für neue Spieler: `survival`, `creative`, `adventure` oder `spectator`.
- `pvp` — Ob Spieler sich gegenseitig Schaden zufügen können (`true`/`false`). Für friedliche Bau-Server oft auf `false`.
- `spawn-protection` — Ein Schutzradius um den Weltspawn (in Blöcken), in dem nur Operatoren bauen dürfen. Standard ist `16`. Auf `0` setzen, wenn alle rund um den Spawn frei bauen sollen.
### Sicherheit und Zugang
- `online-mode` — Sehr wichtig. Steht der Wert auf `true`, prüft der Server jeden Spieler gegen die Mojang-/Microsoft-Authentifizierung. Nur echte, gekaufte Accounts kommen rein, und Namen sind fälschungssicher.
> Achtung: Setze `online-mode` niemals leichtfertig auf `false`. Im Offline-Modus kann sich jeder mit jedem beliebigen Namen einloggen — inklusive dem eines Operators. Das ist ein ernstes Sicherheitsrisiko. Offline-Mode ist nur in Spezialfällen sinnvoll (z. B. hinter einem eigenen Proxy wie Velocity/BungeeCord, der die Authentifizierung übernimmt).
- `white-list` — Auf `true` dürfen nur Spieler beitreten, die auf der Whitelist stehen. Ideal für private Server im Freundeskreis. Spieler fügst du mit `/whitelist add Name` hinzu. Vergiss nicht, `enforce-whitelist` zu beachten, wenn Änderungen sofort greifen sollen.
### Leistung und Sichtweite
- `view-distance` — Wie viele Chunks (16×16-Blöcke) rund um jeden Spieler geladen und gesendet werden. Höhere Werte sehen weiter, kosten aber deutlich mehr RAM und Bandbreite. Auf kleineren Free-Servern sind `6` bis `10` ein guter Kompromiss.
- `simulation-distance` — Wie weit Spielmechanik (Mob-KI, Wachstum, Redstone) tatsächlich berechnet wird. Dieser Wert ist meist der größere Leistungsfresser. Ihn niedriger als `view-distance` zu halten (z. B. `view-distance=10`, `simulation-distance=6`), entlastet den Server spürbar, ohne dass die Fernsicht leidet.
> Tipp: Wenn dein Server ruckelt, senke zuerst `simulation-distance`, dann `view-distance`. Das bringt oft mehr als jede andere Einstellung.
### Welt-Erzeugung
- `level-seed` — Der Startwert (Seed) für die Weltgenerierung. Lässt du ihn leer, wählt Minecraft einen zufälligen Seed. Ein bestimmter Seed erzeugt immer dieselbe Landschaft.
- `level-type` — Der Welttyp, z. B. `minecraft:normal` (Standard), `minecraft:flat` (Superflach), `minecraft:large_biomes` oder `minecraft:amplified`.
> Achtung: `level-seed` und `level-type` wirken nur, wenn die Welt noch nicht existiert. Bei einer bereits generierten Welt ändern sie nichts — dazu müsstest du die Welt zurücksetzen. In deinem Gamesilo-Dashboard gibt es dafür eine eigene Funktion „Welt zurücksetzen".
Was du gefahrlos ändern kannst — und was nicht
Unkritisch und jederzeit anpassbar sind Werte wie `motd`, `difficulty`, `pvp`, `max-players`, `view-distance` und `simulation-distance`. Damit kannst du frei experimentieren.
Vorsichtiger solltest du bei `online-mode` (Sicherheit!), `level-type` und `level-seed` (nur bei neuer Welt) sowie technischen Netzwerk-Keys wie `server-port` oder `server-ip` sein. Letztere verwaltet dein Hoster automatisch — bei Gamesilo solltest du sie gar nicht anfassen, sonst ist dein Server nicht mehr erreichbar.
> Tipp: Bevor du die Datei von Hand editierst, lohnt ein Blick ins Dashboard. Die meisten alltäglichen Einstellungen (Name, Schwierigkeit, PvP, Whitelist, Sichtweite) erledigst du dort mit ein paar Klicks — und ohne das Risiko eines Tippfehlers, der den Serverstart blockiert.
Häufige Fehlerquellen
- Tippfehler bei `true`/`false`: Nur exakt `true` oder `false` sind gültig, kleingeschrieben. `True` oder `1` funktionieren nicht.
- Leerzeichen um das `=`: Schreibe `pvp=false`, nicht `pvp = false`.
- Falscher Welttyp-Name: Seit neueren Versionen brauchen die Typen den Präfix `minecraft:`.
- Vergessener Neustart: Änderungen greifen erst nach einem Server-Neustart.
Wenn du die Grundlagen verstanden hast, ist die `server.properties` ein mächtiges Werkzeug, um deinen Server genau nach deinen Wünschen einzurichten. Fang mit den unkritischen Werten an, teste dich Schritt für Schritt heran — und nutze das Gamesilo-Dashboard, wo immer es dir Arbeit abnimmt.
Siehe auch
- Whitelist und Operatoren verwalten
- Server-Performance und RAM optimieren
- Welt zurücksetzen und Seeds nutzen
- Spielmodus und Schwierigkeit im Dashboard ändern