Ein Server-Regelwerk erstellen (mit Vorlage)
Ein Server-Regelwerk erstellen (mit Vorlage)
Sobald mehr als eine Handvoll Leute auf deinem Server spielen, entstehen Reibungen: Jemand sprengt fremde Bauten, im Chat wird gepöbelt, oder ein Spieler nutzt einen X-Ray-Client. Ein klares Regelwerk beugt genau dem vor. Es sagt allen, was erlaubt ist, gibt dir eine faire Grundlage für Verwarnungen und Bans und macht deinen Server einladender. In diesem Artikel erfährst du, welche Themen ein gutes Regelwerk abdeckt, bekommst eine fertige Vorlage zum Kopieren und lernst, wo du die Regeln anzeigst und wie du sie durchsetzt.
Warum überhaupt Regeln?
Regeln sind kein Misstrauen gegenüber deiner Community, sondern ein Versprechen: Wer sich anständig verhält, wird geschützt. Ohne festgeschriebene Regeln entscheidest du jeden Streitfall aus dem Bauch heraus, was schnell als ungerecht empfunden wird. Mit Regeln kannst du auf einen konkreten Punkt zeigen ("Regel 3: kein Griefing") und musst dich nicht rechtfertigen. Das spart Zeit, Nerven und verhindert Drama.
> Tipp: Halte das Regelwerk so kurz wie möglich und so lang wie nötig. Zehn klare Regeln liest jeder, drei Bildschirmseiten Kleingedrucktes niemand.
Welche Themen gehören hinein?
Ein solides Regelwerk deckt fünf Bereiche ab:
- Griefing & Eigentum – Fremde Bauten nicht zerstören, verändern oder ausrauben. Kein Diebstahl aus Truhen. Kein Abfackeln von Wäldern oder Häusern.
- Cheats & unfaire Vorteile – Keine verbotenen Client-Mods wie X-Ray, Fly-Hacks, Kill-Aura oder Auto-Clicker. Erlaubte Mods (z. B. Minimaps ohne Entity-Radar, Optifine/Sodium) am besten explizit nennen.
- Chat & Umgang – Kein Spam, keine Beleidigungen, kein Rassismus/Sexismus, keine Werbung für andere Server. Freundlicher, respektvoller Ton.
- Bauen & Landschaft – Sinnvolle Abstände zwischen Grundstücken, keine Lag-Maschinen (riesige Redstone-Uhren, Mob-Farmen ohne Limit), keine anstößigen Bauwerke.
- Fairplay & Meta – Keine Bug-Ausnutzung (Dupe-Glitches), keine Alt-Accounts zur Ban-Umgehung, Anweisungen des Teams befolgen.
> Achtung: Formuliere Regeln als konkretes Verhalten, nicht als Stimmung. "Sei nicht toxisch" ist auslegbar; "Keine Beleidigungen anderer Spieler" ist überprüfbar.
Vorlage zum Kopieren
Kopiere den folgenden Block und passe Namen, Discord-Link und Ausnahmen an deinen Server an. Die eckigen Klammern markieren die Stellen, die du ersetzen solltest.
``` === Regelwerk von [SERVERNAME] ===
1. Respekt: Behandle alle freundlich. Keine Beleidigungen, kein Rassismus, Sexismus oder Mobbing. 2. Kein Griefing: Zerstöre, verändere oder plündere keine fremden Bauten. Frag, bevor du etwas anfasst. 3. Kein Diebstahl: Was dir nicht gehört, bleibt in der Truhe. 4. Keine Cheats: X-Ray, Fly, Kill-Aura, Auto-Clicker und ähnliche Clients sind verboten. Erlaubt: [z. B. Sodium, schlichte Minimaps ohne Entity-Radar]. 5. Kein Bug-/Dupe-Abuse: Melde Fehler, statt sie auszunutzen. 6. Fairer Chat: Kein Spam, kein Caps-Dauerfeuer, keine Fremdwerbung, kein Verkauf gegen Echtgeld. 7. Baurücksicht: Halte Abstand zu anderen, baue keine Lag-Maschinen, blockiere keine wichtigen Wege. 8. Ein Account: Keine Alt-Accounts zur Ban-Umgehung. 9. Team-Anweisungen: Moderatoren haben das letzte Wort. Bei Streit: erst melden, nicht selbst Justiz spielen. 10. Unwissenheit schützt nicht. Mit dem Betreten des Servers akzeptierst du diese Regeln.
Fragen? -> [DISCORD-LINK] Verstöße bitte mit Screenshot im Discord melden. ```
> Tipp: Nummeriere die Regeln. So kannst du im Chat kurz "/warn Spieler Regel 4" schreiben, und alle wissen sofort, worum es geht.
Wo zeigst du die Regeln an?
Regeln nützen nur, wenn sie sichtbar sind. Kombiniere mehrere Orte:
1. Spawn-Schild oder Regel-Wand: Baue direkt am Spawn eine Tafel aus Schildern oder einen Raum, in dem die Regeln stehen. Neue Spieler landen dort zuerst. 2. MOTD (Message of the Day): Die Zeile in der Serverliste. In der `server.properties` änderst du das Feld `motd=`. Im Gamesilo-Panel findest du diese Datei unter den Dateimanager- bzw. Einstellungs-Optionen deines Servers – ideal für einen kurzen Hinweis wie "Regeln am Spawn & im Discord lesen!". 3. Beim Beitritt einblenden: Plugins wie EssentialsX (Hangar/PaperMC) bieten einen `/rules`-Befehl und eine Willkommensnachricht. Mit einem Join-Message-Plugin lässt sich beim ersten Login automatisch ein Hinweis anzeigen. 4. Discord: Ein eigener `#regeln`-Kanal ist Pflicht, wenn du eine Community aufbaust. Dort kannst du ausführlicher werden als im Spiel-Chat und Änderungen leicht bekannt geben.
Durchsetzung: Regeln mit Konsequenz
Ein Regelwerk ohne Durchsetzung ist Dekoration. Lege im Team vorab eine faire Eskalation fest, zum Beispiel: Verwarnung → Kick → temporärer Ban → permanenter Ban. Schwere Fälle wie Cheating oder massives Griefing rechtfertigen einen sofortigen Ban.
- Rechte sauber vergeben: Nutze LuckPerms (Modrinth/Hangar), um Moderatoren nur die nötigen Befehle zu geben – nicht jeder Helfer braucht `/ban` oder OP.
- Nachvollziehbar handeln: Bitte Melder um Screenshots. Plugins wie CoreProtect (Modrinth) protokollieren Block-Änderungen und lassen Griefing rückgängig machen (`/co rollback`).
- Gleich behandeln: Wende die Regeln bei Freunden genauso an wie bei Fremden. Sonst verliert das Team Glaubwürdigkeit.
> Achtung: Kündige Regeländerungen vorher an und passe das Datum an. Rückwirkend zu bestrafen, was gestern noch erlaubt war, sorgt zu Recht für Frust.
Prüfe dein Regelwerk alle paar Wochen: Was in der Praxis Probleme macht, gehört präzisiert; was nie relevant war, kannst du streichen. Ein lebendiges, kurzes Regelwerk hält deine Community fairer und dich als Betreiber entspannter.
Siehe auch
- MOTD und `server.properties` anpassen
- Moderator-Rechte mit LuckPerms einrichten
- Griefing rückgängig machen mit CoreProtect
- Discord mit deinem Server verbinden