Griefing rückgängig machen mit CoreProtect
Griefing rückgängig machen mit CoreProtect
Ein Fremder hat über Nacht deinen Bahnhof gesprengt, Kisten leergeräumt und halbe Bauwerke abgebaut? Ohne Logging müsstest du jetzt mühsam von Hand reparieren – oder eine Sicherung einspielen und dabei Fortschritt verlieren. CoreProtect ist das Standard-Werkzeug, um genau das zu verhindern. Das Plugin protokolliert jede Blockänderung, jeden Container-Zugriff und jeden Kill – und macht Griefing mit einem einzigen Befehl rückgängig. Dieser Artikel zeigt dir Installation, Prüfung (`/co inspect`), Rollback (`/co rollback`) und die Reparatur mit `/co restore`.
Was CoreProtect kann
CoreProtect schreibt Ereignisse in eine kompakte Datenbank (standardmäßig SQLite, für große Server auch MySQL). Geloggt werden unter anderem:
- Blöcke: platziert, abgebaut, gesprengt, verbrannt
- Container: was aus Kisten, Öfen, Trichtern usw. entnommen oder eingelagert wurde
- Interaktionen: Türen, Knöpfe, Hebel, Druckplatten
- Kills: getötete Mobs und Spieler
- Chat & Befehle: nützlich, um Absprachen von Griefern nachzuvollziehen
Wichtig: CoreProtect kann nur zurücksetzen, was es selbst mitgeschrieben hat. Alles, was vor der Installation passiert ist, lässt sich nicht per Rollback wiederherstellen. Installiere es also am besten sofort – nicht erst nach dem ersten Vorfall.
Voraussetzungen
CoreProtect läuft auf Paper (empfohlen) sowie Spigot und Forks wie Purpur. Achte darauf, dass Plugin-Version und Minecraft-Version zusammenpassen (aktuelle Releases decken die neueren 1.20/1.21-Serien ab).
- Server-Software mit Bukkit-API (Paper von PaperMC)
- Die CoreProtect-`.jar` von der offiziellen Quelle: Modrinth, Hangar (PaperMC) oder CurseProtect auf CurseForge – lade sie nur dort, nie von Drittseiten
- Optional ein Rechte-Plugin wie LuckPerms, um die Befehle gezielt an Moderatoren zu vergeben
> Hinweis: CoreProtect ist ein reines Server-Plugin. Deine Mitspieler müssen nichts installieren – nur der Server braucht die Datei.
Installation
1. Lade die passende CoreProtect-`.jar` von Modrinth oder Hangar herunter. 2. Lege die Datei in den Ordner `plugins/` deines Servers. 3. Starte den Server neu (nicht nur `/reload`). Beim ersten Start legt CoreProtect seine Konfiguration und die Datenbank an. 4. Prüfe mit `/co` oder `/co status`, ob das Plugin aktiv ist.
Auf einem Gamesilo-Server nutzt du den Dateimanager oder SFTP, um die `.jar` in `/plugins` hochzuladen, und startest den Server anschließend über das Panel neu. Danach steht CoreProtect sofort bereit.
> Tipp: In der `config.yml` kannst du unter anderem festlegen, wie lange Daten aufbewahrt werden (`purge`). Auf kleinen Free-Servern ist Speicher knapp – 14 bis 30 Tage Aufbewahrung sind ein guter Kompromiss.
Blöcke prüfen mit /co inspect
Bevor du irgendetwas zurücksetzt, willst du wissen, wer was getan hat. Dafür gibt es den Inspektor-Modus:
1. Gib `/co inspect` (kurz `/co i`) ein. Du bist jetzt im Prüfmodus. 2. Linksklick auf einen Block zeigt, wer diesen Block zuletzt entfernt hat und wann. 3. Rechtsklick auf einen Block zeigt, wer daneben etwas platziert hat – oder bei Kisten den Container-Verlauf. 4. Zum Beenden gibst du erneut `/co inspect` ein.
Im Chat erscheint pro Aktion eine Zeile mit Spielername, Aktion (`+` platziert, `-` entfernt) und dem Zeitabstand (z. B. „2h ago"). So findest du schnell den Verursacher und den Tatzeitraum.
Griefing zurücksetzen mit /co rollback
Der Rollback macht Änderungen in einem Zeitraum und Radius rückgängig. Der Befehl setzt sich aus Parametern zusammen:
``` /co rollback u:<Spieler> t:<Zeit> r:<Radius> ```
- `u:` – der Verursacher, z. B. `u:Griefer123`
- `t:` – wie weit zurück, z. B. `t:2h`, `t:30m`, `t:1d`
- `r:` – Radius in Blöcken um deine Position, z. B. `r:20` (global mit `r:#global`, aber Vorsicht)
Beispiel: Ein Spieler hat vor rund einer Stunde in deinem Dorf gewütet. Stelle dich in die Mitte und gib ein:
``` /co rollback u:Griefer123 t:1h r:30 ```
CoreProtect setzt alle Blockänderungen dieses Spielers der letzten Stunde im Umkreis von 30 Blöcken zurück.
> Achtung: Fange immer mit einem engen Zeitraum und Radius an. Ein zu großzügiger `t:`- oder `r:`-Wert kann auch legitime Bauten anderer Spieler überschreiben. Prüfe im Zweifel zuerst mit `/co lookup` (gleiche Parameter, ohne Änderung), was betroffen wäre.
Weitere nützliche Filter kombinierst du frei:
- `a:block` – nur Blockaktionen (ignoriert Container/Chat)
- `a:+block` bzw. `a:-block` – nur Platzieren bzw. nur Abbauen
- `b:tnt` oder `include:tnt` – gezielt bestimmte Blocktypen (z. B. Explosionen)
- `#preview` – zeigt eine Vorschau, ohne die Welt sofort zu verändern
Wiederherstellen mit /co restore
`/co restore` ist das Gegenstück zum Rollback: Es stellt die zurückgesetzten Aktionen wieder her. Das ist dein Rettungsanker, wenn du versehentlich zu viel rückgängig gemacht hast:
``` /co restore u:Griefer123 t:1h r:30 ```
Mit denselben Parametern wie beim fehlerhaften Rollback bringst du den vorherigen Zustand zurück. Restore ist damit kein „Wiederherstellen des Bauwerks", sondern das Umkehren eines Rollbacks.
Container- und Kill-Logs auswerten
Griefing ist nicht nur Abbauen. Häufig werden Kisten leergeräumt oder Tiere getötet.
- Container: Rechtsklick auf eine Kiste im Inspect-Modus listet, wer wann was ein- und ausgelagert hat. So findest du gestohlene Items – und mit `a:-container` im Rollback kannst du Entnahmen sogar rückgängig machen.
- Kills: Mit `/co lookup a:kill u:Griefer123 t:1d r:50` siehst du, welche Mobs oder Spieler getötet wurden. Getötete Tiere lassen sich per Rollback teilweise wieder spawnen.
> Tipp: Kombiniere `/co lookup` mit `l:<Zeile>`, um durch lange Ergebnislisten zu blättern (z. B. `/co lookup u:Griefer123 t:1d l:2` für Seite 2).
Rechte sinnvoll vergeben
Vergib die CoreProtect-Befehle nur an vertrauenswürdige Moderatoren. Mit LuckPerms setzt du z. B. `coreprotect.inspect`, `coreprotect.lookup` und `coreprotect.rollback` gezielt für eine Moderatoren-Gruppe. Rollback- und Restore-Rechte gehören in möglichst wenige Hände – ein falscher `r:#global`-Befehl kann sonst großen Schaden anrichten.
Kurz-Checkliste nach einem Vorfall
1. Ruhe bewahren, `/co inspect` – Verursacher und Zeitraum ermitteln. 2. `/co lookup` mit engen Parametern – Umfang abschätzen. 3. `/co rollback u:… t:… r:…` – gezielt zurücksetzen. 4. Prüfen; bei zu viel Umkehr `/co restore` mit denselben Werten. 5. Grief-Spieler bannen und ggf. Schutzregionen einrichten.
Siehe auch
- WorldGuard – Regionen schützen und Griefing von vornherein verhindern
- LuckPerms – Rechte und Rollen verwalten
- Server-Backups über das Gamesilo-Panel
- Whitelist – nur eingeladene Spieler zulassen